von der qual der melancholie



ich sitze hier nun schon eine weile. die zeit beginnt mir davonzurennen, und egal, wie sehr ich mich bemühe, die letzten momente für immer einzufangen, es gelingt mir nicht. sie entgleiten mir.
genauso, wie du mir entglitten bist. erst langsam, nach und nach, doch dann immer schneller, bis plötzlich nichts mehr von dir übrig blieb. außer dieser platz hier. dort, wo wir immer saßen. wo du maltest, während ich schrieb, wo du schliefest und ich wach blieb, dem rauschen der Blätter lauschte, den klängen der Natur. du fehlst mir, dieser platz und deine nähe, einfach alles. doch ich schweige weiter. sehe in den Himmel, schließe die augen und denk noch kurz an dich.
ich sitze hier nun schon eine weile, und langsam wird mir kalt. ich beschließe zu gehen, und sehe mich noch ein letztes mal um, sehe die verblassten geschichten, denke an alles und nichts und dann wieder an dich; doch diesmal tut es nicht mehr weh. ich muss lächeln. 
du fehlst mir, denke ich. doch ich bin bereit, dich endlich gehen zu lassen. 






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